Messerschmitt Bf 109

Die Messerschmitt Bf 109, oder auch einfach nur ME 109, war ein deutsches Kampfflugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg, das zusammen mit der Focke-Wulf Fw 190 das Rückgrat der deutschen Luftwaffe bildete. Sie war eines der fortschrittlichsten Jagdflugzeuge ihrer Zeit und bot eine geschlossene Pilotenkanzel, Einziehfahrwerk und eine Ganzmetallkonstruktion von Rumpf und Tragflächen.

Hersteller: Bayerische Flugzeugwerke AG, ab 1938: Messerschmitt AG
Erstflug: 28.05.1935
Produktionszeit: 1936 bis 1945
Stückzahl: etwa 33.300
Besatzung: 1
L x B x H: 8,55 m x 9,87 m x 2,60 m
V-Max: 470 Km/h
Flughöhe: 9.000 m
Startmasse: 2.200 Kg
Antrieb: 12-Zylinder-V-Motor Junkers Jumo 210D (680 PS Startleistung)
Bewaffnung: 2 x MG17
illustration messerschmitt bf109 seitenansicht
(Lizenzhinweis)

Ursprung

Im Laufe des Jahres 1933 schloss das Technische Amt (C-Amt), die technische Abteilung des Reichsluftfahrtministeriums, eine Reihe von Forschungsprojekten zur Zukunft des Luftkampfes ab.

Der geforderten Jäger musste eine Höchstgeschwindigkeit von 400 Km/h auf 6.000 m Höhe haben, während er eine Gesamtflugdauer von 90 Minuten hatte. Die kritische Höhe von 6.000 Metern sollte in nicht mehr als 17 Minuten erreicht werden, und der Jäger sollte eine maximale Einsatzhöhe von 10.000 Metern haben. Die Leistung sollte durch den neuen Motor Junkers Jumo 210 mit etwa 700 PS bereitgestellt werden. Es sollte entweder mit einer einzelnen 20-mm-MG C/30-Motorkanone oder mit zwei synchronisierten , an der Motorhaube montierten 7,92-mm- MG-17-Maschinengewehren bewaffnet werden.

Folgende Flugzeuge, neben der Messerschmitt Bf 109, nahmen an einer Ausschreibung teil:

  • Arado Ar 80
  • Focke-Wulf Fw 159 V3
  • Heinkel He 112 V4

Prototypen der Messerschmitt Bf 109

Der erste Prototyp ( Versuchsflugzeug 1 oder V1 ) mit der zivilen Registrierung D-IABI wurde im Mai 1935 fertiggestellt, aber die neuen deutschen Motoren waren noch nicht fertig. Daher erwarb das Reichsluftfahrtministerium vier Rolls-Royce Kestrel VI-Motoren. Im Gegenzug stellte man Rolls-Roye eine Heinkel He 70 Blitz für deren Motorprüfstand zur Verfügung. Messerschmitt erhielt zwei dieser Motoren und passte die Motorhalterungen des Versuchsflugzeug 1 an, um den V-12-Motor aufnehmen zu können. Die V1 absolvierte sein Jungfernflug Ende Mai 1935 auf dem Flugplatz im südlichsten Augsburger Stadtteil Haunstetten. Nach viermonatiger Flugerprobung wurde das Flugzeug im September an die Erprobungsstelle Rechlin, die zentrale Erprobungsstelle der Luftwaffe, ausgeliefert.

1935 wurden die ersten Jumo-Motoren verfügbar, sodass die V2 im Oktober mit dem 600 PS starken Jumo 210A-Motor fertiggestellt wurde. Die V3 folgte, die erste mit Kanonen ausgestattet. Aufgrund einer Verzögerung bei der Beschaffung eines weiteren Jumo 210-Motors hob die V3 erst im Mai 1936 das erste mal ab.

Wettbewerb

Alle im Wettbewerb befindlichen Prototypen verbrachte man an eine Erprobungsstelle in Travemünde. Nach anfänglicher Skepsis (die Testpiloten waren überwiegend mit Doppeldeckern mit offenen Cockpits geflogen), entpuppte sich die Me 109 recht schnell zum Favoriten. Das Modell von Arado war zu schwer und zu untermotorisiert und hatte ein starres Fahrwerk. Die spezielle Flügelform der Focke-Wulf war lediglich ein Kompromiss zwischen einem Doppeldecker und einem aerodynamisch effizienteren Tiefdecker.

Messerschmitt und Heinkel

Am Ende waren noch die Me 109 von Messerschmitt und die He 51 von Heinkel im Rennen. Die He 51 hatte gegenüber der Messerschmitt folgende Vorteile:

  • Billiger in der Herstellung
  • Robustheit des Fahrwerks (dieses öffnete sich von der Flügelmitte nach außen)
  • Bessere Sicht aus dem Cockpit (einteilige, verschiebbare Cockpithaube)
  • Stärkeren Jumo 210Da-Motor mit modifizierter Abgasanlage

Die Verantwortlichen entschieden sich jedoch für die Bf 109, da sie leichter war und somit schneller steigen und tauchen konnte. Außerdem entsprach das Flügeldesign der HE 51 nicht den Vorgaben der Kommission. Unter dem Eindruck des von den Briten neu entwickelten Supermarine Spitfire, sah man sich letztendlich unter Zeitdruck gezwungen, das „komplettere“ Flugzeug zu wählen. Die Messerschmitt Bf 109 hatte sein Debüt bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin. An Heinkel gab man den Auftrag, die sonst recht gelungene HE 51 neu zu konstruieren. Später entstand so die He 100.

Einsatz der Messerschmitt Bf 109

Die erste Bf 109As dienten im Spanischen Bürgerkrieg. Bis September 1939 war die Bf 109 zum Hauptjäger der Luftwaffe geworden, ersetzte die Doppeldecker-Jäger und trug maßgeblich dazu bei, die Luftüberlegenheit der Wehrmacht in den frühen Phasen des Krieges zu erlangen. Während der Luftschlacht um England wurde sie in die Rolle eines Geleitjägers gedrängt, eine Rolle, für die sie ursprünglich nicht konzipiert war. Auch Einsätze als Jagdbomber sowie als Fotoaufklärungsplattform waren üblich. Trotz gemischter Ergebnisse in Großbritannien erwies sich der Typ mit der Einführung der verbesserten Bf 109F Anfang 1941 während der Invasion Jugoslawiens erneut als effektives Jagdflugzeug (wo sie von beiden Seiten verwendet wurde).

1942 ersetzte man die Bf 109 teilweise durch ein neues deutsches Jagdflugzeug, die Focke-Wulf Fw 190. Trotzdem setzte man weiterhin auf eine Vielzahl von Bf109. Ob an der Ostfront, im Mittelmeerraum oder zur Reichsverteidigung. Zusätzlich stattete man mehrere Verbündete mit dem Jagdflugzeug aus: Italien, Finnland, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Kroatien und die Slowakei.

Rekord

Mit der Bf 109 wurden mehr Abschüsse aus der Luft erzielt als mit jedem anderen Flugzeug des Zweiten Weltkriegs. Viele der Luftsiege wurden 1941 während der Operation Barbarossa gegen schlecht ausgebildete und organisierte sowjetische Streitkräfte errungen . Die Sowjets verloren zu diesem Zeitpunkt 21.200 Flugzeuge, etwa die Hälfte im Kampf. Später im Krieg, als die Siege der Alliierten den Kampf näher Richtung Reichsgrenze brachten, lieferten Bombenangriffe viele Ziele für die Luftwaffe. Diese einzigartige Kombination führte zu den höchsten individuellen Siegeszahlen aller Zeiten. Dies änderte sich 1944, als die USA ihre Angriffstaktik überarbeiteten und eine Luftüberlegenheit am Tage erzwangen.

Nach dem Krieg

Bf 109 blieben nach dem Zweiten Weltkrieg viele Jahre im Auslandsdienst. Die Schweizer setzten ihre Bf 109G bis weit in die 1950er Jahre ein. Die finnische Luftwaffe mottete ihre Bf 109G erst im März 1954 ein. Rumänien setzte seine Bf 109 bis 1955 ein. Die spanischen Hispanos flogen sogar noch bis Ende der 1960er.

Versionen

Im Laufe der Jahre wurde die Bf 109 in den Versionen A, B, C, D,E,F, G und K sowie in etlichen modifizierten Zwischenversionen, gebaut. Zusätzlich gab es etliche Prototypen, die letztendlich nie in Serie gefertigt wurden:

  • H– sollte ein Höhenjäger sein, entwickelt aus der F-Serie. Man baute eine kleine Anzahl von Prototypen, die mehrere Einsätze über Großbritannien und Frankreich flogen. 
  • T– Geplante Maschine für Flugzeugträger mit entsprechenden Modifikationen (Heckhaken, Katapultbeschläge und Erhöhung der Flügelspannweite)
  • X– Exportversion mit anderem Motor
  • Z– Dieses experimentelle Flugzeug bestand im Wesentlichen aus zwei Bf 109F-Flugzeugzellen, die durch einen neuen Flügelmittelabschnitt und ein neues Leitwerk miteinander verbunden wurden
  • TL– Neben der Me 262, die mit Düsentriebwerken arbeitete, sollte als Alternative eine Bf 109 mit dieser neuen Technik ausgestattet werden.

Die Messerschmitt Bf 109 aus Klemmbausteinen

COBI 5715 Messerschmitt Bf 109

bf 109 cobi

Steine: 278
Kundenbewertung: 5 Sterne
Durchschnittlicher Preis: 45 €

Sluban Klemmbausteine Sluban SL95563, Deutscher Jagdbomber



Steine: 289
Kundenbewertung: 4,5 Sterne
Durchschnittlicher Preis: 18 €

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